Bundesliga Saison 2016/17 Rückrunde: Bleibt Titelkampf spannend?

Vor dem Start in die Rückrunde offenbart die Tabelle der Bundesliga auf den ersten Blick nicht allzu viel Neues. An der Spitze thront wie gehabt der FC Bayern München. Das war zur Hälfte der Saison auch in den vergangenen fünf Jahren stets der Fall, in den letzten vier Saisonen holten die Münchner jeweils in überlegener Manier den Titel.

Wenn man jedoch die Tabelle etwas genauer ins Visier nimmt, stößt man doch auf einige Überraschungen. So hätte man nicht damit gerechnet, dass Aufsteiger RB Leipzig auf Platz zwei rangiert, unmittelbar vor der TSG 1899 Hoffenheim, die man ebenfalls nicht in jenen Sphären erwartet hätte.

 


 

Wobei die Hoffenheimer sogar das Kunststück zuwege brachten, ungeschlagen zu bleiben. Das blieb etwa den Bayern diesmal versagt, die in Dortmund eine 0:1-Niederlage einstecken mussten. Ansonsten verlief die Hinrunde seitens des BVB allerdings zu unbeständig, um in den Titelkampf eingreifen zu können.

Als Vierter haben die Dortmunder bereits 12 Punkte Rückstand auf die Bayern. An den Meistertitel ist somit nicht mehr zu denken, obwohl die Schwarz-Gelben bei ihrem letzten Titelgewinn 2012 in der Rückrunde 11 Zähler mehr holten als die Bayern. Damit wurde ein 3-Punkte-Rückstand nach 17 Spielen noch in einen 8-Punkte-Vorsprung umgewandelt.

Allerdings haben sich die Bayern seitdem enorm entwickelt und holten stets mit zumindest 10 Punkten Vorsprung den Titel. Genau 10 Punkte waren es in den vergangenen beiden Saisonen, 2014 betrug der Vorsprung auf den zweitplatzierten BVB 19 Punkte, im Jahr davor gar 25 Zähler.


Die letzten Saisonen in der Bundesliga vor dem Rückrundenstart:

Saison 1. nach 17 Spieltagen Zweiter (Rückstand) Meister Vizemeister
2016/17 Bayern München RB Leipzig (+3) ? ?
2015/16 Bayern München Bor. Dortmund (+8) Bayern München Bor. Dortmund (+10)
2014/15 Bayern München VfL Wolfsburg (+11) Bayern München VfL Wolfsburg (+10)
2013/14 Bayern München Bayer Leverkusen (+7) Bayern München Bor. Dortmund (+19)
2012/13 Bayern München Bayer Leverkusen (+9) Bayern München Bor. Dortmund (+25)
2011/12 Bayern München Bor. Dortmund (+3) Bor. Dortmund Bayern München (+8)

 

Leipzig hält die Spannung aufrecht

Nach einem derartig souveränen Durchmarsch sieht es allerdings in der laufenden Saison nicht aus. Das liegt vor allem am überraschend starken Aufsteiger RB Leipzig. Zwar hatte man vor Saisonbeginn durchaus erwartet, dass sich der Liga-Neuling ohne größere Probleme in der höchsten Spielklasse halten kann, aber nicht, dass er in den Titelkampf eingreift.

Vom 11. bis zum 13. Spieltag führten die Sachsen sogar die Tabelle an, ehe man die Führungsposition nach der ersten Niederlage (0:1) in Ingolstadt wieder an die Bayern abtreten musste. Im direkten Duell mit den Münchnern drei Tage vor Weihnachten waren die Leipziger dann chancenlos und verloren 0:3.

 
Tipico Bundesliga Meisterwetten

Bild: Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben die Bayern den Meistertitel diesmal noch nicht sicher, wenngleich die Wettquoten von Tipico für einen neuerlichen Triumph der Münchner sprechen.

 

Dennoch ist der Aufsteiger mit nur drei Punkten Rückstand weiterhin als einziger Konkurrent in Schlagdistanz zum regierenden Meister. Mit dem 3:0-Heimsieg über Eintracht Frankfurt im ersten Spiel des Jahres 2017 machten die Sachsen auch deutlich, dass sie sich nicht kampflos geschlagen geben wollen.

Somit dürfen sich die Bayern keine Schwächephase erlauben, um den fünften Meistertitel in Folge nicht zu gefährden. Zwar sind die Münchner aus Sicht der Buchmacher weiterhin der klare Favorit auf den Titel, aber im Gegensatz zu den vergangenen Jahren – als die Wettanbieter die Gewinne auf den Meistertitel zum Teil bereits vorzeitig auszahlten – ist diesmal noch nicht alles entschieden.

 
Sportwettenanbieter icon pokalDennoch wäre es eine große Überraschung, wenn der Titel nicht erneut nach München, sondern stattdessen nach Leipzig geht. In jene Stadt, aus der in der Saison 1902/03 mit dem VfB Leipzig der erste deutsche Fußballmeister kam.

 

Dramatik im Abstiegskampf

Etwas mehr Spannung versprach in den letzten Jahren dagegen der Kampf gegen den Abstieg. Das lag vor allem auch daran, dass häufig auch einige populäre Traditionsklubs um den Klassenerhalt bangen mussten.

Sportwettenanbieter icon RufzeichenSo mussten im Vorjahr mit dem VfB Stuttgart und Hannover 96 zwei prominente Vereine den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Ähnliches könnte auch heuer passieren, denn mit dem Hamburger SV und Werder Bremen befinden sich auch die beiden Großklubs aus Norddeutschland zum wiederholten Male am Rande des Abstiegs.

Bundesliga-Urgestein HSV wehrte sich in den vergangenen Jahren mit allen Mitteln gegen den erstmaligen Abstieg, zum Teil erst über die Relegation. Das könnte den Hanseaten in diesem Jahr neuerlich blühen, denn auch aktuell rangieren die Hamburger auf dem Relegationsplatz 16.

 
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Bild: Etwa die Hälfte aller Vereine in der Bundesliga befindet sich noch im Abstiegskampf.

 

Der Vorsprung der Bremer ist mit drei Punkten alles andere als beruhigend und auch Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach, der sich aktuell noch in der Europa League im Bewerb befindet, ist mit vier Zählern Vorsprung auf den HSV noch lange nicht gerettet.

Auch der VfL Wolfsburg kam in der Hinrunde der Abstiegszone beängstigend nahe, konnte sich aber im letzten Spiel mit einem Heimsieg über den HSV etwas Luft verschaffen.

 
Sportwettenanbieter icon arrow downAuf den Abstiegsplätzen rangieren aktuell der FC Ingolstadt und der SV Darmstadt 98. Für die an letzter Stelle liegenden Lilien wird es eine schwere Aufgabe, nach der guten Vorsaison – in der erstmals der Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft wurde – den Abstieg diesmal noch zu vermeiden.
 

Nach acht Niederlagen in Folge konnte die Pleitenserie zuletzt zwar mit einem torlosen Heimremis gegen Mönchengladbach gestoppt werden, die Hessen werden aber Siege benötigen, um zumindest zwei Konkurrenten noch hinter sich zu lassen.

Etwas besser ist die Situation für den FC Ingolstadt. Unter dem neuen Trainer Maik Walpurgis ging es für die Schanzer deutlich bergauf und mit einem Punkt Rückstand auf Platz 16 ist in der zweiten Saisonhälfte noch alles möglich.

 

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