Australian Open: Kerber hofft gegen Williams auf Sensation

Das erste Grand Slam-Turnier in diesem Jahr neigt sich bereits seinem Ende zu. Doch bevor der Tennis-Tross aus Down Under abzieht, steht vor allem deutschen Fans noch ein veritables Highlight bevor.

Die Rede ist freilich vom Damen-Einzelfinale, welches am Samstagvormittag (ca. 09:30 Uhr) ausgefochten wird und bei dem mit Angelique Kerber erstmals seit 2013 (Sabine Lisicki/Wimbledon) wieder eine deutsche Tennisspielerin die Chance auf einen Grand Slam-Titel hat.

Bevor das polnisch-stämmige DTB-Ass allerdings der langen deutschen Durststrecke bei Major-Turnieren ein Ende bereiten kann (Steffi Graf gewann zuletzt 1999 in Paris), muss Kerber keine Geringere als Serena Williams, ihres Zeichens die Nummer eins der Welt, aus dem Weg räumen.

 


 

Die US-Lady hatte sich auch im Vorjahr in der sengenden australischen Hitze zur Siegerin gekürt und nachfolgend noch zwei weitere Grand Slam-Turniere für sich entschieden. Zum großen Coup, nämlich alle vier Major-Turniere in einem Kalenderjahr zu gewinnen, reichte es dann trotzdem nicht.

Ausgerechnet beim Heimturnier in den USA versagten der 34-Jährigen gegen die Italinerin Roberta Vinci im Halbfinale die Nerven. Umso größer dürfte nun ihr Verlangen sein, die Scharte von damals wieder auszuwetzen. Erst recht, nachdem sich 2016 die Gelegenheit bietet, den begehrten Golden Slam (4 Grand Slam Siege + Olympia Gold) einzustreichen. Einen solchen kann bislang lediglich die deutsche Ausnahmekönnerin Graf ihr Eigen nennen.

 

Williams klarer Favorit

Damit dieser Traum allerdings nicht schon im Jänner wieder geplatzt ist, bedarf es am Samstag eines Triumphes über Kerber. Und geht es nach Meinung von Buchmacher Interwetten, sieht die Sachlage für die US-Queen äußerst vielversprechend aus.

 

Australian Open Interwetten

 

Während Kerber vom Austro-Bookie mit stattlicher 5,50-Quoten auf den Court geschickt wird, ist ein Erfolg der US-Amerikanerin gerade mal für 1,15-fache Gewinne gut. Ein Blick auf die vorangegangenen Begegnungen klärt auf:

Im direkten Vergleich ist die Deutsche nämlich mit 1:5 im Hintertreffen. Der letzte und bisher einzige Erfolg Kerbers liegt bereits einige Zeit zurück und datiert aus dem Jahr 2012, als die aktuelle Nummer sechs der Welt im Halbfinale von Cincinnati die Oberhand behalten hatte.

Zudem präsentierte sich Williams bislang in bestechender Form. So fegte die Titelverteidigerin, die noch keinen einzigen Satz abgeben musste, im Halbfinale die Polin Agnieszka Radwanska ohne mit der Wimper zu zucken mit 6:0 und 6:4 vom Platz.

 

“Ich habe nichts zu verlieren”

Den Kopf in den Sand stecken wird Kerber deshalb allerdings nicht. Schon vor ihrem Viertelfinal-Triumph über Angstgegnerin Victoria Azarenka, gegen die sie zuvor in sechs Aufeinandertreffen nie gewinnen konnte, hatte die Deutsche betont „keine Angst vor den Besten“ zu habe. Denn: „Ich gehöre auch dazu. Ich weiß, jede einzelne Spielerin hat Respekt vor mir.”

Eine Einstellung, die Kerber nicht immer vertrat, flatterten der 28-Jährigen in der Vergangenheit doch immer wieder die Nerven in entscheidenden Spielen. Dass dies nun aber endgültig der Vergangenheit angehören dürfte, bewies Kerber im Halbfinale gegen die ungesetzte Britin Johanna Konta.

Trotz eines vorübergehenden Einbruchs hatte sich Kerber diesmal nicht aus der Ruhe bringen lassen und zog letztlich mit 7:5 und 6:2 souverän ins Endspiel ein. „Ich freu mich total auf das Finale gegen Serena.

Es ist das Beste, was es gibt, im Endspiel eines Grand Slams gegen die Nummer 1 zu spielen. Ich werde alles geben, ich habe nichts zu verlieren.“

 

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